Porto 2021 – Portwein vs. Vinho Verde vs. Whatever


Wein- und Genussreise nach Porto – ganz ohne Portwein! Geht das?

Und wie! Oder: Was ist eigentlich Vinho Verde?

Im Prinzip war es das Einlösen eines gemeinsamen Geburtstagsgeschenks: Ein Weinwochenende mit allem Drum und Dran. Durch Corona wurde die Umsetzung zwar etwas nach hinten verschoben, aber mit der letztendlichen Tour nach Porto hat es sich in jeglicher Hinsicht gelohnt.

Ganz nebenbei gab es auch noch (Wein-) Kultur und den sich gebetsmühlenartig wiederholenden Hinweis, ein Vinho Verde sei kein grüner Wein, sondern ein Wein aus dem grünen Norden Portugals.

Erster Tag

Ergo machen sich 6 Jungs Anfang Oktober 2021 in bester Laune auf zu den Ufern des Duoro.

Das Appartement direkt unterhalb der Kathedrale von Porto mit direktem Blick auf den Fluss und die von Gustave Eiffel entworfene Ponte Dom Luis I war schon mal der perfekte erste Eindruck. Quasi die berühmte Postkarte beim Blick aus dem Fenster.

Eine kurze Erkundung der Promenade führte uns am ersten Abend zuerst auf einen alten Brückenpfeiler mit Bar (Br’s Bar) und dann zur Weinbar “Bacchus Vini“. Hier gab es neben den Weinen und ein paar Häppchen gleich auch noch einen fachkundigen Einstieg in die lokale Weinwelt.

Drei davon werden hier im WeinSpion noch vorgestellt.

Es zeichnete sich aber bereits jetzt ab, dass wir wohl tendenziell die Roten des Douro bevorzugen würden. Kein Hinweis übrigens auf den (optisch allgegenwärtigen) Portwein.

OK, haben wir auch weder angefragt noch vermisst!

Von hier aus gelangten wir dann nach wenigen Gehminuten (und einem filmreifen Stunt) zum Restaurant “Postigo do Carvão” – innen und außen sehenswert!

Laut TripAdvisor-Ratings einem der besten Fisch- und Seafood-Restaurant Portos. Kurz und knapp: zu Recht!

Auch die Weine zum Menü waren top, einer davon später hier im WeinSpion.

Gut gesättigt und erneut ohne einen Hinweis auf einen Portwein als Digestif ließen wir den ersten Tag mit Blick über den nächtlichen Fluss und auf die Leuchtreklamen der “Großen Namen des Portweins” bei einem Havanna-Cola ausklingen.

Zum Glück war der Heimweg ja denkbar kurz!

Zweiter Tag

Gut ausgeruht ging es schon recht früh los. Unser Guide, ein Original Bud Spencer Look Alike, holte uns pünktlich ab und wir fuhren entlang des Flußufers Richtung Meer zum Frühstück.

Hierzu machten wir einen kurzen Stop-Over in der “Tavi – Confeitaria” mit Kaffee, Häppchen und einem sensationellen Ausblick auf den Atlantik.

Der nächste Programmpunkt war dann das Weingut “Quinta da Avelada” in Penafiel, ca. eine Stunde außerhalb Portos. Beeindruckend war der gepflegte Park des Guts, in den Augen einiger Besucher die “Gepflegteste Gartenanlage Nord-Portugals”.

Das Weingut selbst wirkte auf uns dann doch recht “touristisch durchdacht” und mit meiner Bemerkung zum Status des Vinho Verde auf dem deutschen Markt machte ich mir auch nicht wirklich neue Freunde…

Ansonsten verkosteten wir vor Ort drei Weine, welche ich hier im WeinSpion noch vorstellen werde.

Intermezzo

Unsere Bitte an den Guide mal vom offiziellen Protokoll abzuweichen füllte daraufhin das Zeitfenster bis zu unserem nächsten Programmpunkt.

Daher landeten wir in Amarante, einem kleinen Städtchen mit sehenswerter Brücke am Flüsschen Tamega.

Die hiesige Adega “Kilowatt” hat sowohl einen seltsamen Namen, als auch eine interessante Überraschung für uns parat.

Nicht nur dass der Wein in “Tassen ohne Henkel” serviert wurde, es gab neben den obligatorischen Tapas auch noch den ungewöhnlichsten Snack des Tages: rohe, geschälte und eingeritzte Zwiebel in Rotwein mit etwas Meersalz.

Unerwartet. Weltklasse. Eine Kindheitserinnerung unseres Guides.

Wobei ich da schon nichts gegen einen Rostbraten an Zwiebel-Rotwein-Juice einzuwenden gehabt hätte…

Schlemmen Deluxe – Casa Da Viuva

Weiter ging es zu unserem gebuchten Besuch der Weinbar “Casa Da Viuva” in Penafiel Quintandona, einem regelrechten Geheimtipp und dem vinophilen und kulinarischen Höhepunkt der Tour…

Wobei es sich hier nicht nur um eine Weinbar mit einem ambitionierten Sommelier, sondern ebenso um ein hervorragendes Restaurant handelt.

Hier haben wir insgesamt fast 4 Stunden dem puren Genuss gefrönt.

Ein Menü-Gang nach dem anderen, immer begleitet von einer passenden Weinempfehlung. Tapas, Meeresfrüchte, Fisch, Fleisch und viele regionale Spezialitäten.

Da sich unser Guide als gelernter Koch outete, gab es auch zu allen Folgen die entspreche Hintergrundinfo. Von mir aus hätte es ruhig so weiter gehen können, auch ohne Portwein.

Über die entsprechenden Weine werde ich natürlich hier im WeinSpion berichten.

Zurück nach Porto

Wieder zurück in Porto überließ uns der Guide unserer eigenen Regie, indem er uns an am “Capela Incomum” absetzte, einer Weinbar in einer ehemaligen Kapelle. Sensationelle Location.

Von dort aus ging es dann zum Abendessen(!) zu Fuß zu unserem Restaurant, dem “Flow“.

Von außen völlig unscheinbar, innen großartig. Weltklasse Event-Lokal mit außergewöhnlicher Küche und eigenem DJ @ work!

Ich habe keine Ahnung wie ich es geschafft habe, aber ich habe tatsächlich noch etwas essen und trinken können!

Ein Wein aus dem Flow später hier im WeinSpion, wieder kein Portwein als Digestif.

Dann war ich aber rum…

Dritter Tag

Der Sonntag stand dann im Zeichen der Heimreise. Nach dem Räumen des Apartments sind wir nochmal entlang der Promenade um zum Frühstücken. Einige mit Kaffee und Croissant, andere mit Bier und Fleisch.

Anschließend ging es mit der Fähre auf die andere Uferseite – die Seite mit den Portwein-Kellern. So what?!

Wir einigten uns auf einige letzte Biere vom Fass im Sonnenschein vor dem “Tasca do Carago” bis zum Eintreffen der Taxen.

Fazit

Ein rundum gelungenes Genuss-Event mit tollen Weinen, sehr gutem Essen und phantastischen Menschen.

Vielen Dank an dieser Stelle an die Organisatoren aus den eigenen Reihen und an unseren Guide João von The CoolTours – Oporto vor Ort.

Auf jeden Fall hat der WeinSpion sehr viel über Portugals Weine jenseits des “Fabelhaft” gelernt.

Wie gesagt, Porto geht auch ohne Portwein.

Genuss & more – Galerie

Last but not least: Die Weine der Tour

Weinliste – Porto 2021