Angst vor Bordeaux? Kein Wunder…


Früher oder später kommt man als Weinfreund nicht daran vorbei: an den vermeintlich großen Weinen aus dem Bordeaux.

Aber wie bitte verschafft man sich einen vernünftigen “Zugang” zu Chateau Margeaux, Chateau Mouton Rothschild, Chateau Petrus, Chateau Cheval Blanc, etc, etc … ?

Typisch:

Wer kennt das nicht: bei einer geselligen Weinrunde kommt irgendwann die Sprache auf den Olymp des Weinbaus: das Bordeaux. Spätestens an der Stelle fallen dann immer die gleichen Namen, egal ob derjenige der sie ausspricht, schon mal davon gekostet hat oder nicht. Will heißen: die Marken sind durchaus präsent. Und diejenigen, die schon mal die ein oder andere Flasche davon geköpft haben, verfallen ins Schwärmen.

Ich frage mich dann immer ob der Wein wirklich so gut war oder ob er nur gut sein musste da er so teuer war!?

Aber spätestens hier ziehe ich mich als (nicht gerade maulfauler) “Normalweintrinker” dezent aus der Diskussion zurück um nicht durch Unwissenheit aufzufallen. Und das obwohl ich im Laufe meines Lebens schon einige Flaschen aus dem Bordeaux genießen durfte.

Mysterium Bordeaux

Warum also um alles in der Welt ist die (nicht nur preisliche) Hemmschwelle vor diesen Weinen so verdammt hoch? Wie gestaltet man denn den persönlichen Einstieg in die Thematik? Muss ich erst mal eine Flasche Grand Vin für etliche hundert Euro als Referenz verkosten um mich danach rund um Gironde, Garonne und Dordogne durch die großen und kleinen Chateaus zu trinken?

Oder sollte man beim Discounter mit einer Flasche “Bordeaux” unter 5 Euro starten und sich dann sukzessive “nach oben saufen”? Ein Blick in die Angebote der großen (und kleinen) Versender ist hier auch nicht wirklich hilfreich. Entweder wird das entsprechende “Fachwissen” schlicht und ergreifend vorausgesetzt oder die einzelnen Weinbeschreibungen sind mehr als Marketing-optimierte Wein-Phrasen-Sammlung denn als echte Hilfe anzusehen.

Recherche vor Ort

Letzte Woche hatte ich einen schönen Termin bei einem rheinhessischen Weingut wo ich dann den Tipp bekam doch erst mal ins Bordelais zu reisen, um mir dort ein persönliches Bild zu machen und mich danach besser orientieren zu können. OK, schöner Vorschlag, aber wer erklärt das A) meinem Arbeitgeber und B) meiner Finanzministerin?

Außerdem war ich schon früher mehrfach in der Gegend, hatte aber deutlich mehr Augen für die Wellen am Atlantik und ihre Surfqualitäten als für die Chateaus und Rotweinlagen im “Hinterland”. Immerhin kann ich mir die Gegend und ihre grobe Topografie ggf. ins Gedächtnis rufen.

Mission Bordeaux

Zumindest kann ich von mir behaupten dass ich keine wirkliche “Angst” vor dem Bordeaux habe. Allerdings tue ich mich echt schwer hier im WeinSpion einen ordentlichen, fundierten und für meine Leser nachvollziehbaren Einstieg in diesen Kosmos zu finden.

Daher werde ich das Thema in der nächsten Zeit mal von allen möglichen Seiten beleuchten, die Wikipedia durchforsten, auf Scheuermanns “Planet Bordeaux” landen, Nikos Weinwelten erobern, den oder die Weindealer meines Vertrauens konsultieren und meine Erkenntnisse hier zum Besten geben. Um dann – entsprechend gerüstet – zu verkosten, verkosten, verkosten, …

PS. Wäre es überdies nicht mal an der Zeit für eine entsprechende Bordeaux-Kampagne durch die großen Importeure und Vermarkter? Aber bitte eine solche Kampagne, die ich auch wirklich mitbekomme!

Oder besser noch: Lasst uns doch selbst eine “Misson Bordeaux” starten, z.B. auf Weinblogs, Facebook, Twitter, etc. !