2008 Riesling Classic – Kloster Eberbach


Da ich diese Woche eh ins Rheingau wollte, fand ich diesen Wein ganz passend: 2008er Rheingau Riesling Classic von Kloster Eberbach.

Es war eine spontane Entscheidung.

Sowohl die Fahrt zum Weingut Sohns letzten Sonntag als auch der Kauf dieses Rieslings am Tag zuvor. Obwohl das Eine unmittelbar vom Anderen abhing. Bei meinem Wochenendeinkauf im Edeka Kreuzberg wollt ich einfach noch schnell eine Flasche Wein mitnehmen, hatte aber nicht die Muße mich vorher beraten zu lassen.

Also stand ich in der Abteilung der deutschen Weine, las auf dem Etikett Kloster Eberbach, dachte an “Der Name der Rose” und griff zu. Übrigens entgegen der ausdrücklichen Anweisung meiner Frau heute mal keinen Wein zu kaufen (Keller voll). Aber bei 5,95 € …

Die Sache mit dem Adler

Also gut, dann fangen wir mal außen an. Der (Preußen-) Adler unmittelbar unter dem Schriftzug Rheingau wirkt auf mich wie ein Relikt aus (zum Glück) vergangenen Tagen, aber irgendwie ist die idyllische Grafik der Klosters darunter wohl eher der Versuch dies zu kaschieren. Ja, ja, ich weiß, der Reichsadler sieht anders aus…

So oder so findet das zweigeteilte (aber trotzdem irgendwie überladene) Etikett im Ganzen nicht unbedingt mein Wohlwollen, Tradition und Preußen hin oder her. Aber darauf kommt es ja eigentlich nicht an.

Verkostungsnotiz

Im Glas hat der Wein eine schöne hellgelbe Farbe und das Riesling-typische, Apfel-lastige Aroma. Dazu gesellen sich sich noch Spuren von Pfirsich und Stachelbeere. Auch deutet das Kitzeln in der Nase auf eine frische Säure hin.

Der erste Schluck bestätigt diesen Eindruck, denn dieser Wein lebt (nicht schlecht) von seinem feinen Säure-Frucht-Spiel. Der mittellange Abgang schließlich unterstreicht dann abermals diesen frischen Eindruck.

Conclusion & Pairing

Der 2008er Rheingau Riesling Classic von Kloster Eberbach ist ein schlanker Freund zu leichten Speisen wie Fisch, Kalbsfleisch oder raffinierter Pasta.

Er verträgt auch durchaus pikante Gerichte aus dem fernen Osten. Und das zu einem absolut fairen Preis.

WeinSpion – Votum

8,3 von 10 Loupes

WeinSpion – Shortcut

2007er Riesling Classic | Kloster Eberbach | Riesling | Qualitätswein | Rheingau | feinherb | 0,75 l | 12,5 % vol | 5,95 € | Bezug: Edeka Koblenz


Akte – Kloster Eberbach


WeinSpion – Kontakt

Kloster Eberbach


Hessische Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach

Kloster Eberbach
D-65346 Eltville im Rheingau

Tel. +49 (0) 06723 6046-0

https://kloster-eberbach.de/

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9 thoughts on “2008 Riesling Classic – Kloster Eberbach

  1. “Der Adler” –

    und wieder so ein unwissender, dummdreister Gutmensch Kommentar dazu.

    Mach dich doch erstmal kundig, bevor du hier deine alberne Rezension dazu veröffentlichst.

  2. Das ist nicht euer Ernst, dass ihr mit diesem äußerst guten Wein das dritte Reich in Verbindung setzt. Wenn ich schon lese “braune Zeit” vergeht mir sämtlicher Apettit, dies war ein Ereignis, welchen man beim Namen nennen sollte. Sich darauf beziehen ist genauso wie mich einen Nationalisten nennen, wenn ich eine negative Meinung gegenüber einen bspw. Türken äußere. I.d.R. handelt es sich dabei um voreilige Entschlüsse, nicht von mir, oder dem Weinsigel, sondern von dem, der es schlecht redet.
    Allerdings bin ich aufgrund des Adlers auf diesen Wein gestoßen, er fiel mir direkt ins Auge doch habe ich damit rein gar nichts rechtsradikales verbunden.. Seitdem einer meiner Top Favoriten, wenn es um den Weinkauf in einem Einkaufzentrum handelt.

  3. Ich finde es sehr schade, dass die neuen Weinetiketten keinen Adler mehr haben. Damit geht jahrhundertealte Tradition verloren. Super Wein!

  4. Naja, die Bundesregierung hat ja auch einen Adler, den niemand mit dem 3. Reich verbindet – weil er halt anders aussieht. Sowas sollte doch bei einer Weinflasche auch möglich sein, wenn schon Leute den Wein ob des Adlers nicht kaufen.
    Abgesehen davon – das Hakenkreuz ist ja auch ein uraltes Sonnensymbol. Sieht man es deshalb auf heutigen Wetterkarten? Ich nicht. 😉

  5. Also, Kloster Eberbach ist ein uraltes Weingut, und der Adler ist schon seit Ewigkeiten Bestandteil ihres Etiketts. Würd ich mir auch nicht verbieten lassen, das wär ja so als müsste ich mein Familienwappen von 1516 ändern lassen nur weil da’n Adler drauf ist. Man kann zwar darüber diskutieren ob Weinflaschenetiketten von traditionellen Winzern nicht auch sanft modernisiert werden können (was Kloster Eberbach auch schon ein bißchen versucht hat), doch wen das vom Kauf abhält – aber jedem Tierchen sein Plaisierchen, klar – der lässt sich einen wirklich gut trinkbaren Wein, den es im Supermarkt zu kaufen gibt, entgehen.

  6. Volkommmen richtig. Der Adler ist es auch, der mich vom Kauf dieses Weines abgehalten hat. Wer so unbedenklich, ohne Reflektion auf Tradition behaart, den will ich einfach nicht unterstützen. Natürlich ist es kein reines Nazisymbol, allerdings ist die erste Assoziation nun mal das dritte Reich. Und die Leute, die das Etikett entworfen haben, werden das auch gewusst haben. Einfach unverständlich.

  7. Schon richtig. Allerdings wurde unser Wappentier in (ungefähr)dieser Darstellungsart während der “braunen Zeit” reichlich überstrapaziert. Daher wirkt er auf mich immer etwas martialisch.

    Ich persönlich asoziiere damit eben nicht direkt ein “Siegel für guten Wein”. Und viele andere – speziell jüngere – Konsumenten vermutlich auch nicht.

  8. Moin Uli!
    Habe ich dich richtig verstanden, dass Du die Entstehung des Adlers auf dem Etikett in der “braunen Zeit” siehst?
    Stimmt aber nicht!
    Er ist nämlich älter – es ist ein preussischer Adler, der früher als Siegel für “guten Wein” benutzt wurde und später dann den Weg aufs Etikett gefunden hat.
    Gruß
    Maggi

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