2013 Crianza – Castillo de Fuendejalon – Bodegas Aragonesas – Campo de Borja


Gut verpackt, der 2013er Crianza “Castillo de Fuendejalon” von den Bodegas Aragonesas, Campo de Borja.

Present oder Mogelpackung?

Mal wieder so ein spontaner netto-Kauf aufgrund der Optik. Eine völlig in Papier eingeschlagene Flasche Crianza mit klassisch wirkendem Druck (anstatt Etikett). Für meinen Geschmack mit viel zu dominanten “Mundus Vini” Gold-Blink-Blink an der Stelle, wo ich ansonsten eine Grafik, ein Logo oder ein Wappen erwarten würde. Wirkt auf mich wie ein “Mundus Vini“-Brandlabel-Produkt.

Dazu noch ein obligatorischer Papp-Tag am Flaschenhals (siehe Bild unten) mit der Aufschrift “Bester Spanischer Rotwein!” Ah jetzt ja?! Weiter unten wir der Satz dann ergänzt “... im Lebensmitteleinzelhandel, lt. Mundus Vini 2015“. Na gut. Obwohl. Da bin ich aber mal gespannt, wie hoch hier die Messlatte der Prämierung angesetzt wurde!

Verkostung

Design wie besprochen. Im Glas ein sattes Rubinrot mit hellroten Reflexen.

Die Nase war (deutlicher am zweiten Tag) fruchtig/mild mit Noten von dunkler Kirsche, reifer Pflaume, Kräutern, etwas Vanille und Toast.

Am Gaumen eine auffallende Ausgewogenheit zwischen den tragenden Aromen dunkler Beerenfrüchte und reifer Sauerkirsche sowie dem stützenden Tannin-Gerüst. Der Crianza wirkt zwar voluminös, allerdings keineswegs marmeladig.

Langer Abgang. Im Ganzen ein “runder” Gesamteindruck.

Conclusion & Pairing

Unbestritten, der 2013er Crianza “Castillo de Fuendejalon” von den Bodegas Aragonesas, Campo de Borja und seinem Mastermind Javier Vela ist definitiv keine Mogelpackung. Mit einem Preis von rund 5 Euro erhält der LEH-Kunde einen wirklich runden und gefälligen Roten aus Spanien, passend zu dunklem Fleisch, Gegrilltem, Gereiftem und Pikantem.

Ob er allerdings der “Beste Spanier” ist, liegt wohl am Ende immer im Auge (bzw. am Gaumen) des Betrachters. Oder an den Mitbewerbern in der Verkostung

Kleiner Nachtrag an das Meininger / Mundus Vini Team

Natürlich liegt es in der Natur der Sache, prämierte Weine im LEH mit eben dieser Prämierung zu bewerben bzw. zu vermarkten. Trotzdem muss man hier auf beiden Seiten (Hersteller & Bewerter) aufpassen, dass dies nicht auf den potentiellen Kunden inflationär und damit abstumpfend wirkt.

Am Ende ist nämlich Keinem damit gedient, wenn z.B. die Mundus Vini Medaille vom Verbraucher eher als Eigenmarke bzw. Markenname (in einer Reihe mit “ja”, “gut & günstig” oder auch “Liebfraumilch”) wahrgenommen wird anstatt als besondere Auszeichnung. Dann wechselt nämlich ruck-zuck die Erwartungshaltung von “Qualität” bzw. “Preis-Leistungs-Verhältnis” ausschließlich in Richtung “billig”.

WeinSpion – Votum

8,5 von 10 Loupes

WeinSpion – Shortcut

2013 Garnacha & Tempranillo | Bodegas Aragonesas  | Spanien | Aragonien | DO | trocken | 0,75 l | 13,0 % vol | 4,99 € | Bezug: netto bzw. online